Mehr als vier Jahre ist es her, da beschrieb Paula Bosch in ihrer Kolumne im Magazin der Süddeutschen Zeitung den 2002er Lavandine vom Weingut Chateau Capitoul im Languedoc. Sie beschrieb den Wein als "solide Qualität zum ehrlichen Preis" - einen Wein, der auch im Sommer als Ersatz für einen Weißwein vorstellbar ist und "leicht gekühlt" zu vielen Speisen vom "mediterranen Gemüse" bis zu "gegrilltem Fisch" passt. Leider sind wir der Empfehlung damals nicht gefolgt und sind deshalb umso dankbarer, das wir eine Flasche des 2005er vor ein paar Tagen geschenkt bekamen. Es sei hier gleich zugegeben, das wir uns nicht an den Artikel aus dem Jahr 2004 erinnerten - dies brachte erst eine kurze Recherche hervor.
Den Worten von Frau Bosch ist nicht viel hinzuzufügen. Der Rote aus dem Südwesten Frankreichs gehört zur einfacheren Qualität des Weingutes Chateau Capitou, das in der Nähe von Narbonne, nicht weit von der Küste liegt. Die Cuvee besteht aus den für die Region typischen Rebsorten Syrah, Grenache und Carignan. Er riecht nach Rauch, Dörrobst mit einem leichten Hang zum Alkohol. Im Geschmack ist er keine Bombe, wie man sie heute aus der neuen Welt kennt, sondern eher zurückhaltend mit leicht würzigem Anschlag. Mit 12,5% ist leicht genug um als der oben schon erwähnte Ersatz für einen Weißen durchzugehen. Die Phrase vom "unkomplizierten Wein" kommt einem unausweichlich in den Sinn. Das er für Preise um knapp 7 Euro zu haben ist macht ihn umso symphatischer.